Was kann ich mir realistisch leisten?
Baufi-Check in 5 Minuten — netto, Eigenkapital, Kaufnebenkosten, Tilgung, Reserven. Auf Basis der 35-%-Regel und aktueller Zinsen (Stand Juni 2026). Neutral, ohne Banken-Provision.
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Beispiel-Rechnung
Single, 4.000 € Netto
Max. Rate: 1.400 €/Monat. Bei 3,5 % Zins und 2,5 % Tilgung: Darlehen ca. 280.000 €. Plus Eigenkapital 80.000 € (20 % + Nebenkosten). → finanzierbares Objekt: 280–340.000 €.
Paar, 6.500 € Netto gemeinsam
Max. Rate: 2.275 €/Monat (35 %). Komfort: 1.625 €/Monat (25 %). Darlehen 350–450.000 €. Plus EK 100.000 €. → finanzierbares Objekt: 450–550.000 €.
Familie, 5.000 € Netto, 2 Kinder
Vorsicht: Familien sollten konservativ 25–30 % ansetzen. Max. Rate: 1.250–1.500 €. Mit EK 80.000 €: Objekt 280–360.000 € realistisch.
Selbstständig, 5.500 € Netto-Durchschnitt
Banken rechnen oft mit 3-Jahres-Schnitt und Abschlägen. Realistisch eher 60–70 % vom ausgewiesenen Einkommen anerkannt. Mehr Eigenkapital nötig (oft 30 %).
So gehen Sie vor
Haushalts-Netto ermitteln
Beide Partner. Variable Einkommen (Bonus, Provision) max. zu 50 % ansetzen. Selbstständig: 3-Jahres-Schnitt.
35-Prozent-Regel
Max. Rate = 35 % vom Netto. Komfortabel 25–30 % — bei Familie eher 25 %.
Eigenkapital prüfen
Mindestens Kaufnebenkosten (10–15 %). Empfohlen plus 20 % Beleihungs-EK. Bei 400 k Objekt: 140 k EK ideal.
Darlehenssumme
Bei 3,5 % Zins und 2,5 % Tilgung: Monatsrate × 350 ≈ Darlehenssumme. 1.400 € Rate ≈ 280 k Darlehen.
Reserven
1 % vom Immobilienwert pro Jahr für Instandhaltung. Plus Notreserve für Zinsanstieg nach Bindungsende (mindestens 1–2 Prozentpunkte mehr).
Häufige Fragen zur Baufinanzierung
Wie viel Eigenkapital brauche ich?
Mindestens die Kaufnebenkosten (10–15 % des Kaufpreises). Empfohlen: 20 % des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten. Volltilgung mit weniger EK geht, kostet aber deutlich mehr Zinsen — typisch 0,4–1,0 Prozentpunkte Aufschlag bei 100-Prozent-Finanzierung.
Welcher Zins ist 2026 realistisch?
Stand Juni 2026: 3,2–3,8 % für 10 Jahre Zinsbindung bei 80 % Beleihung. Bei 60 % Beleihung: ca. 3,0 %. Bei 100 % Beleihung: deutlich über 4 %. Längere Zinsbindung (15–20 J.) kostet 0,2–0,5 Prozentpunkte Aufschlag, sichert aber gegen Zinsanstieg.
Was sind Kaufnebenkosten?
Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je Bundesland), Notar+Grundbuch (~1,5–2 %), Maklerprovision (3,57–7,14 % inkl. MwSt., seit 2020 hälftig). Summa: 10–15 % des Kaufpreises. NICHT mitfinanzierbar — muss aus EK kommen.
Wie hoch sollte die Tilgung sein?
Mindestens 2 %, besser 3 %. Bei 2 % Tilgung und 3 % Zins: rund 30 Jahre Volltilgung. Ziel: spätestens zum Renteneintritt schuldenfrei. Sondertilgungsrechte (5–10 % jährlich) vereinbaren.
Was ist KFW-Förderung 2026?
Aktuelle KFW-Programme 2026: KfW 124 (Wohneigentumsprogramm, max. 100 k €), KfW 261 (Klimafreundlicher Neubau), KfW 270 (Erneuerbare Energien), KfW 308 (Heizungstausch). Konditionen: deutlich unter Marktzins, oft mit Tilgungszuschuss. Pflicht: Antrag VOR Vertragsabschluss über die Bank.
Was passiert nach Ende der Zinsbindung?
Nach 10–20 Jahren: Restschuld muss neu finanziert werden (Anschlussfinanzierung). Wenn Zinsen gestiegen sind: höhere Rate oder längere Laufzeit. Sicherung via Forward-Darlehen möglich (bis 5,5 Jahre im Voraus, Aufschlag ~0,02 % pro Vormonat). § 489 BGB: Sonderkündigung nach 10 Jahren möglich.
Lohnt sich Bausparen 2026?
Hauptsächlich für Zinssicherung in 5–10 Jahren — wenn man heute weiß, dass man dann finanzieren wird. In der aktuellen Phase mit relativ hohen Zinsen wieder interessanter als 2021/22. Aber: Bausparer ist KEIN Spar-Produkt mit Rendite, sondern ein Zinssicherungs-Instrument.
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